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SCHULSTREIK IN SALZBURG | Drucken |

titel.jpgDas ausgewogene Leben samt ausgewogener Berichterstattung erkannte schon kurz nach sechs Uhr früh  am 20. April 2009 bei Radio Salzburg den Ernst der Lage. Also warnte man vorsorglich: wer heute nicht die Schulbank drückt, der hat die Folgen zu tragen.  Das ist unentschuldigtes Fehlbleiben vom Unterricht. Kurz nach halb sieben Uhr früh legte man nach. Öffentliche Meinung muss beeinflusst werden.  Ganz „ausgewogen“ wurden Jugendliche befragt, was sie denn vom Streik hielten. Eine große Mehrheit fand diese Kampfmaßnahme gar nicht gut.
Das alles half wenig, denn zu den Forderungen:

* Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne – Eure Krise zahlen wir nicht!
* Nein zur Mehrarbeit für Lehrerinnen und Lehrer!
* Für kleinere Klassen und mehr Lehrpersonal!
* Nein zur sozialen Selektion! Ja zur gemeinsamen Schule!

versammelten sich mehr als 4000 Schülerinnen und Schüler, mobilisiert von der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, den AktivistInnen der Sozialistischen LinksPartei und Schulstreik.at,  sowie der Kommunistischen Jugend Österreichs. „Wie sind hier, weil wir nicht hier sein dürfen“ teilte eine Streiksprecherin den Versammelten  auf dem Bahnhofsvorplatz mit.  Obwohl der Landesschulrat drohte – es war der größte Protest junger Menschen in ganz Österreich. In Salzburg! Die Jugend lässt sich nicht für dumm verkaufen!


Aus einem Flugblatt:

„STOPPT DIE SPARSCHWEINE!werheute.jpg
Unterrichtsministerin Schmied (SPÖ) will die Lehrerinnen zu zwei  zusätzlichen Stunden pro Woche verdonnern. Dieser Anschlag auf das Bildungswesen betrifft auch uns Schülerinnen - und geht genau in die falsche Richtung: Weniger Geld für Bildung heißt, dass unsere Zukunft eingespart werden soll.
Wir sagen: das Geld ist da. rettet die Bildung statt der Banken und Konzerne.
Das Theater um das Österreichische Bildungssystem nimmt nahezu spektakuläre Formen an. Während die Politiker mit den Lehrerinnen und Universitäten ihre Spielchen spielen, bleibt die Bildung für die Schülerinnen und Studentinnen auf der Strecke. Immer wieder gibt es neue katastrophale Einschnitte in das Bildungssystem. immer wieder werden wir Schülerinnen zum Spielball der „hohen“ Politik.
Abgesehen davon, dass viele öffentliche Schulgebäude in einem maroden Zustand sind, sich an Unternehmen „verkaufen“ müssen, um das notwendige Geld für eine minimale Ausstattung zu bekommen, dafür aber im Gegenzug mit Werbung und Kaufaufforderungen an die Schülerinnen zugekleistert werden, werden die Unzulänglichkeiten, die an öffentlichen Schulen bestehen vehement ignoriert.

lehrerinnengewerkschaft.jpgStatt dessen werden Privatschulen errichtet,  deren Schulgeld sich die allerwenigsten leisten können, die jedoch über eine Ausstattung und über Unterrichtsmaterialien verfügen, von denen man in einer öffentlichen Schule nicht einmal zu träumen wagt!
Doch damit nicht genug. Eine viel zu große Zahl an Jugendlichen kann es sich nicht einmal leisten, in eine öffentliche Schule zu gehen, da ihre Eltern auf das zusätzliche Einkommen ihrer Kinder als Lehrlinge nicht verzichten können. Oder sie die Kosten. die auch in unserem „Gratis“ - Bildungssystem. in Form von Bücher Selbstbehalt, Taschenrechner oder Schüler-„.Freifahrt“, einfach nicht aufbringen können.
Nebenbei wird kreatives und eigenständiges Denken untersagt,  jegliche Form der Selbstbestimmung unterdrückt. Dies fängt an bei fehlender SchülerInnenvertretung und reicht bis fehlenden Grundrechten  für Schülerinnen im Schulunterrichtsgesetz!
Das Bildungssystem in unserem Land ist nur ein Bereich von vielen, in denen das Kapital über den Menschen steht. Ständig muss angeblich gespart werden, alles muss reduziert werden. weil angeblich nicht genug Geld da ist. Doch wie wird wohl unsere Zukunft aussehen, wenn uns der Zugang zu wirklich kostenloser und qualitativ hochwertiger Bildung verwehrt wird?
rede 1.jpgAus- und Fortbildung zählen zu den wichtigsten Faktoren für eine Gesellschaft. Doch sie können nur garantiert werden, wenn es nicht mehr um Profitmaximierung, sondern um Wissen geht. Das geht nur mit grundlegenden Umbrüchen, nicht nur im Schulwesen, sondern in unserer ganzen Gesellschaft.
Wir treten daher für eine sozialistische Gesellschaft ein, in der der Mensch wichtiger ist als der Profit!“

Auch in Österreich ist Geld für Banken da. In kürzester Zeit hat die etablierte Politik ein 100 Milliarden Rettungspaket bereitgestellt. Zehn Milliarden bekommt die Wirtschaft, so versprach der Finanzminister Pröll ( ÖVP - der auch Vizekanzler ist) dem Kapital, das  schon immer seinen Profit über Arbeitsplatzzerstörung finanzierte, Menschen in Kurzarbeit schickte und Arbeitszeitverkürzung und Humanisierung der Arbeitswelt bekämpft.

 

 

 

 

 

 

Diese kämpferische Demonstration der Schülerinnen und Schüler in Salzburg ist ein Zeichen, dass es reicht, überall. Das Lehrziel der Büttel des Kapitals die schon immer dafür gesorgt haben, das die Politik über die Köpfe der Menschen hinweg gemacht wurde und wird,  kann verhindert werden. Bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern reift die Erkenntnis:
demobeginn.jpg
„Meistens wird Politik über unsere Köpfe hinweg - und gegen uns - gemacht. Aber das muss nicht so sein. Wir können unsere Interessen auch durchsetzen. Nicht indem wir brav sind und hoffen, sondern indem wir uns organisieren und aktiv werden. Politik wird nicht nur im Parlament gemacht - im Gegenteil. Die meisten Verbesserungen wurden durchgesetzt, weil Menschen dafür gekämpft haben. Durch Demonstrationen Streiks etc Wenn viele Menschen gemeinsam protestieren, dann müssen Regierungen ihre Meinung ändern. Dann ist auf einmal möglich, was gerade noch “unmöglich“ war.“


GELD FÜR BILDUNG – STATT FÜR BANKEN !

Dieter Braeg

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